F3 – Grenzen aufgezeigt und Grenzen verschoben

Wir wussten es ja: Das erste Cup-Halbfinale der Frauen, Kriens gegen Willisau, das wir geschlossen mitverfolgten, zeigte: hohes Tempo, kraftvolles Druckspiel, gute Schussqualität (mindestens bei Kriens) – die zweite ist nicht die dritte Liga.

Als der Anpfiff zu unserm Halbfinale ertönte, standen wir dann erstmal von einer wenig bröckeligen 6:0-Mauer mit einer ausgezeichneten Torhüterin dahinter. Die Kreation von Chancen war aufwendig, und die paar doch noch herausgespielten parierte ebendiese Torhüterin. In der Defensive ging das erstmal alles zu schnell, besonders das Stanser Angriffspiel, immer wieder gelangen den flinken Stanserinnen Durchbrüche.

Das 0:6-Resultat nach knapp zehn Minuten, das da auf der Resultatetafel stand, war natürlich eine gewaltige Hypothek. Die aber die Emmerinnen überhaupt nicht entmutigte. Trainerstaff und Spielerinnen versuchten den starken gegnerischen Laufwegen und Durchbrüchen nicht mit einer defensiveren Verteidigung zu begegnen – sondern mit unserer Jugend und einer noch offensiveren Verteidigung. Teilweise war das schon fast eine 0:6-Fraudeckung. Und sie wirkte. Stans bekundete nun deutlich mehr Mühe im Aufbau. Und wir fanden ab und zu mal eine Lücke in ihrer Abwehr. So stabilisierte sich der Rückstand, 7:13 das Pausenresultat.

Die zweite Hälfte ist resultatetechnisch schnell erzählt: Einmal noch kamen wir auf fünf Tore ran, ansonsten war der Rückstand konstant bei 6-7 Toren – die Spannung begrüssten wir also nicht zurück in der Halle. Aber auf dem Feld war das egal: Die Emmerinnen kämpften um jeden Ball, liessen nicht locker, und wurden dafür auch immer wieder mit schönen Aktionen belohnt. Es spielte keine Rolle, ob da geballte, jahrlange Stanser NLA-Erfahrung auf Emmer FU18-Juniorin traf. Die Grenzen wurden uns mehrmals aufgezeigt, aber bestimmt genauso oft wunderte und freute man sich darüber, die eigenen Grenzen durch übergelungene Aktionen mal wieder verschoben zu haben. So beispielsweise unsere Torhüterin Care: Neben der ganzen Organisation als Cup-OK-Mitglied veredelte sie die Veranstaltung noch mit ganz vielen gelungenen Paraden.

Nach der ausgeglichenen zweiten Hälfte endete das Spiel mit 15:22. Ein verlorener Halbfinal ist natürlich immer auch ein verpasster Final. Aber er vor allem ist er unvergessliches Erlebnis an ein Spiel, das wir nie aufgaben, und in dem wir von einer wunderbaren Heimkulisse immer unterstützt wurden. DANKE!