Wecken der Freude am Handball

Unter "Animation" verstehen wir im Handball die polysportive Förderung der Freude am Handball-Spiel bei den Jüngsten. Hinter der Grundidee der "Animation" steckt die Spielidee des Minihandballs.

Das ist die auf 6 bis 11jährige Kinder zugeschnittene Form des Handballs, bei der das Feld, die Spielmaterialien und die Regeln der Grösse und dem Können der Akteure angepasst sind.

Was ist Minihandball? (U9/U11)
Mini-Handball ist eine kindergerechte, handballverwandte Spiel- und Sportform für 6-12jährige Kinder

Mini-Handball ist aber auch eine Philosophie, die dem Sport wertvolle pädagogische Aufgaben zuweist. Danach soll der Kindersport nicht primär eine Basis der Nachwuchsförderung in einer bestimmten sportlichen Disziplin, sondern einer von mehreren Bestandteilen der gesamten Erziehung eines Kindes sein.

Der kleine Unterschied zu den Grossen
Knaben und Mädchen gemeinsam: Knaben und Mädchen besuchen die Mini-Handball-Anlässe gemeinsam in gemischten Mannschaften (Trainingsbetrieb und Spieltage).

Keine Meisterschaft, keine Gesamtranglisten: Es wird kein geregelter Meisterschaftsbetrieb durchgeführt. Dafür treffen sich immer mehrere Mannschaften während der Saison zu regionalen Spieltagen. Dadurch kommen die Mannschaften pro Einsatztag auf mehrere Spiele, der Reiseaufwand wird verkleinert und die Einsatzmöglichkeiten für die einzelnen Kinder deutlich erhöht.

Kindergerechtes Sportmaterial: Die Handball-Tore in den Sporthallen werden mit Kunststoff-Blachen, die am normalen Tor befestigt werden, verkleinert. Die Bälle sind kleiner. In der Regel wird in Dreifachhallen quer gespielt, wodurch das Spielfeld automatisch verkleinert wird. Pro Mannschaft spielen sechs Kinder. • Vereinfachte Spielregeln: Die Handball-Spielregeln werden stufengerecht für die Kinder vereinfacht.

Spielleitung/Schiedsrichter: Die Schiedsrichter können auf Stärkeverhältnisse zwischen den Mannschaften Einfluss nehmen und die jeweiligen Mannschaftsleiter anweisen, einzelne dominierende Spieler auszuwechseln bzw. zu starke Mannschaften nur mit drei oder vier Feldspielern antreten zu lassen.

Der «Spiel»-Gedanke im weitesten Sinne steht im Vordergrund. Es gilt der Grundsatz von Heinrich Pestalozzi: «Zur ganzheitlichen Erziehung gehören Kopf, Herz und Hand.» Hier soll der «Herz-Aspekt» gefördert werden, indem wir den Kindern den Spass am fairen Spielen in der Gruppe vermitteln wollen und ihnen auf diesem Weg die Integration in die Gruppe erleichtern.

Unabhängig von einer Vereinsmitgliedschaft: Schnupperstunden und offene Trainings sind selbstverständlich, sodass die Kinder ihre Spielgefährten für Schnuppertrainings problemlos mitnehmen können. Eine Spiellizenz ist auch für die Teilnahme an den regionalen Spieltagen nicht nötig.

Das sind die Ziele des Minihandballs
Fairness/Erzieherische Aspekte statt disziplinenspezifische Spezialisierung: Gelbe und rote Karten gibt es nicht. Verstösst ein Kind im Spiel gegen die Regeln der Fairness, wird es dafür persönlich mit einer Zeitstrafe bestraft. Die Mannschaft als Ganzes erleidet dadurch aber keinen Nachteil.

Spielfreude vermitteln: Taktik gibt es auf dieser Stufe nicht. Die Kinder können grundsätzlich auf allen Positionen spielen (also auch im Tor!) und damit ihre natürliche Spielfreude optimal ausleben.

Integrationsfähigkeit fördern: Integrationsfähigkeit der Kinder in einer Gruppe soll gefördert werden.

Den frühen «Handball-Verleider» verhindern: Die Erkenntnis, dass eine zu frühe Spezialisierung zu einem frühen Verleider und damit möglicherweise sogar zum Ausstieg aus einer sportlichen Freizeitbeschäftigung führt, ist nicht neu. Die Mini-Handball-Bewegung jedoch ist mit ihren vielseitigen Ansätzen und der breiten Abstützung die richtige Antwort darauf.
Quelle (Schweizerischer Handballverband)

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